Magdalena Neuner : « Ich habe den Winter als Fan richtig genossen »

magdalena neuner interview

Der Biathlon-Winter ist vorbei. Es war der erste Winter ohne Top-Star Magdalena Neuner (26). Die deutschen Athleten feierten trotzdem einige Erfolge. Doch wie erlebte Neuner ihre erste Saison als Fan? Wir erreichten sie am Sonntag daheim in Wallgau. Interview von Berliner-Kurier.de

Schauen Sie gerade Biathlon?

Neuner: Ja, ganz gemütlich auf dem Sofa. Am Samstag war ich nur kurz draußen auf der Baustelle, wo wir ein Haus umbauen. Als ich wiederkam, hat meine Oma ganz aufgeregt gesagt: Du, dem Andreas Birnbacher ist genau das passiert, was du letzten Winter hattest – er hat auf die falschen Scheiben geschossen. Ich hab es dann auch noch mal gesehen.

Wie kann das passieren?

Das geht eigentlich ganz leicht, denn die Ziele sind gar nicht so weit auseinander. Man muss noch nicht mal den Oberkörper drehen.

Birnbacher hatte jetzt Pech, aber insgesamt war die Saison doch okay?

Auf jeden Fall. Miriam Gössner hat viel erreicht. Der Erwartungsdruck war enorm, doch sie hat das alles gut gemeistert und fünf Siege gefeiert. Natürlich hat sie auch mal einen schlechten Tag, denn sie ist auch nur ein Mensch.

Besonders gefreut habe ich mich auch für die 19-jährige Laura Dahlmeier. Sie ist wirklich eine coole Socke. Früher war sie meine Trainingspartnerin, von ihr wird man noch viel hören. Ich hatte also im Winter als ganz normaler Biathlon-Gucker richtig viel Spaß.

Bleiben Sie dem Sport denn erhalten?

Ich habe den C-Trainerschein gemacht. Irgendwann will ich mal Kinder trainieren, doch noch fehlt mir die Zeit. Einen B- und A-Schein mache ich nicht, Bundestrainerin ist nicht mein Ziel.

Obwohl sie in Rente gegangen sind, haben sie wenig Zeit?

Neuner lacht: Ich bin nicht in Rente gegangen, habe nur die Profi-Karriere beendet. Aber mein Terminkalender ist nach wie vor voll: Sponsorentermine, Fotoshooting, Podiumsdiskussionen. Das ist alles sehr abwechslungsreich – ganz anders als Sport, denn da wusste ich immer, was kommt im Rennkalender. Heute ist kein Tag wie jeder andere.

Konnten Sie auch mal im Urlaub abspannen?

Ja, ich war zwei Wochen mit dem Wohnmobil auf Korsika. Ohne Handy ohne Fernseher. Das war klasse, weil ich zu mir selbst gekommen bin.

Mit ihrem Freund wollen Sie eine Familie gründen.

Ja, aber ich muss ja Gott sei dank nicht alles durchplanen. Momentan finde ich es so schön, wie es ist. Ohne Sport haben wir uns in der Partnerschaft ja quasi neu kennen gelernt. Wir verbringen viel mehr Zeit miteinander, und das tut richtig gut.

Sie bereuen also nicht, so früh aufgehört zu haben?

Nein. Vor dem ersten Saison-Rennen war mir noch mulmig. Doch als ich es im TV sah, war ich froh. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich etwas verpasse. Und jetzt genieße ich auch mal Tage, an denen ich Zeit für mich habe. Joggen gehen, Freunde treffen, ein bisschen Handarbeit – das alles ohne Druck, irgendetwas erreichen zu müssen.

Haben Sie zugenommen?

Kein Gramm, ich bin sogar schlanker geworden. Fünf Mal in der Woche versuche ich laufen zu gehen. Das brauche ich auch, sonst bin ich unausgeglichen.

Fahren Sie denn 2014 als Expertin zu den Olympischen Spielen nach Sotschi?

So ein Job ist nicht angedacht, aber ich würde schon gerne hin.

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